Ein langes Leben ist auch Glückssache…

Wie bitte? Was soll das jetzt?
Sie sind irritiert, weil ich bisher immer gesagt habe, wer gesund und fit alt werden will, soll sich gesund ernähren, sich viel bewegen und im Kopf aktiv bleiben? Stimmt ja auch. Nur – das ist eben nicht alles. Vielleicht haben Sie sich hier rechts schon mal mit Ihrer E-Mail-Adresse eingetragen und das E-Book nicht nur runtergeladen, sondern auch gelesen. Dann wissen Sie schon, wie wichtig es ist, dass es nicht nur unserem Körper, sondern auch unserer Seele gut geht.

Aber dann kommen die Winterdepressionen…

Gerade die haben mich auf dieses Thema gebracht. Gestern traf ich bei uns auf der Straße zwei Nachbarinnen. Beide mit hängenden Mundwinkeln und Hoffnungslosigkeit im Blick. Sie jammerten: Ach ja, es ist so scheußlich draußen, so grau, so kalt, so nass. Und es wird so früh dunkel. Und es wird so spät erst hell. Und man hat überhaupt keine Lust… Da kam meine Freundin Renate dazu, flotten Schrittes wie immer. Sie hörte gerade noch die letzten Worte, lächelte die beiden an und meinte: “Ja, genau, und deshalb ist es so herrlich, jetzt nachhause zu kommen ins Warme, eine Kerze anzuzünden und sich gemütlich mit einem schönen Tee hinzusetzen. Das empfinden Sie doch sicher auch so?” Die beiden sahen sie an und ich merkte, wie sich die Bilder in ihren Köpfen veränderten… “Oh ja…” Weg waren die hängenden Mundwinkel und der deprimierte Blick. Sie fingen an, über ihre Lieblings-Teesorten zu sprechen…

Glücksforschung – kein Witz sondern eine ernsthafter Zweig der Psychologie.

Es gibt schon seit Jahren Wissenschaftler, die ganz ernsthaft Glücksforschung betreiben. Inzwischen wurde auch eine ganze Menge Studien zu diesem Thema durchgeführt. Diese Studien hat ein Team der University of Illinois unter Leitung des Psychologen Ed Diener ausgewertet. Das Ergebnis wurde Ende 2010 veröffentlicht. Diese Metastudie hat den bezeichnenden Titel “Glückliche Menschen leben länger: Subjektives Wohlbefinden trägt zur Gesundheit und Langlebigkeit bei”. Ed Diener ist DIE Koryphäe in der Glückswissenschaft, er hat über 260 Fachartikel in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht. Wer ausreichend gut Englisch kann und tiefer in die Glückswissenschaft einsteigen möchte, für den ist sicher sein Werk “Culture and Wellbeing” die optimale Lektüre.

Über das Ergebnis der Untersuchung war selbst Ed Diener überrascht, beinahe schockiert, wie er sagte. Er hat festgestellt, dass unsere Gesundheit und somit auch unsere Lebensdauer von unserer Befindlichkeit abhängen. Diener sagt weiter: “Glück ist keine Wunderwaffe, aber es verringert die Gefahr von Krankheiten und verlängert das Leben.”

Ein robustes Immunsystem und weniger Krankheiten, das ist das Ergebnis, wenn Sie glücklich und zufrieden sind. Glückliche Menschen leben laut einer der betrachteten Studien im Durchschnitt immerhin rund 10 Jahre länger als die, die sich für unglücklich halten. Der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen glücklichen und unglücklichen Menschen ist ungefähr genau so groß wie der zwischen Rauchern und Nichtrauchern.

Was können Sie tun, um glücklicher zu leben?

Kann man überhaupt etwas dafür tun, um glücklicher zu leben? Sind es nicht die Umstände und die Ereignisse in unserem Leben, die uns glücklich oder unglücklich machen?

Denken Sie noch einmal kurz an die beiden Nachbarinnen in dem oben beschriebenen Gespräch und an Renate. Die Fakten sind für alle die gleichen. Unterschiedlich ist die Betrachtungsweise der Beteiligten. Und wie wir etwas betrachten, das bestimmen wir letzten Endes selbst. Das hat nichts mit sich etwas schön reden zu tun. Wenn ich in Kälte, Regen und Wind mit dem Hund draußen bin, ist es nun mal kalt und nass. Aber ich habe die Wahl. Ich kann meine Gedanken darin verharren lassen, brummeln und mosern darüber, dass es ist wie es ist. Oder ich kann mich darüber freuen, dass ich den tollen Regenhut und die super Jacke habe, die beide gar nichts von Wind und Wetter durchlassen. Das hatte ich als Kind nämlich nicht, da kriegte ich alles voll ab, durch und durch. Und ich kann mich darauf freuen, danach mein warmes, gemütliches Zuhause noch intensiver wahrzunehmen und zu genießen. Verstehen Sie, was ich meine?

Das Leben ist aber nun mal kein Zuckerschlecken.

Ich weiß ;-) . Und das ist auch gut so. Denn sonst würden wir faul, dumm, dick und träge. Denn wachsen können wir nur an unseren Aufgaben, an Herausforderungen. Dazu sollten wir aber auch unsere Stärken und unsere Schwächen kennen. Denn sonst suchen wir uns womöglich Aufgaben in Bereichen, die uns absolut nicht liegen. Und genau da haben wir die Wahl. Wir müssen uns nur entscheiden. Zwar wurde uns von klein auf beigebracht, dass wir uns um unsere Schwächen kümmern sollen, besser werden in dem, was wir nicht so gut können. Genau das ist großer Quatsch. Wenn man seine Schwächen verbessert, wird man bestenfalls mittelmäßig. Und meist unglücklich. Wenn Sie dagegen Ihre Stärken stärken, werden Sie großartig, einzigartig. Und glücklicher. Trauen Sie sich. Besser spät als nie.

Und jetzt noch ein paar Tipps für ein glücklicheres Leben:

Tun Sie jeden Tag einmal etwas, das Sie richtig gern machen. Und wenn es nur für eine halbe Stunde ist. Erinnern Sie sich vor dem Einschlafen an das glückliche Gefühl, das Sie dabei empfanden.

Schaffen Sie sich enge und befriedigende Beziehungen in der Familie und mit Freunden.

Suchen Sie sich eine berufliche Tätigkeit, die Sie befriedigt und erfüllt. Ich weiß, dass das schwierig sein kann. Aber es lohnt sich, dafür auch für einige Zeit Nachteile in Kauf zu nehmen.

Gestalten Sie aktiv Ihr Leben. Stärken Sie die Überzeugung, Ihr Leben und Ihr Glück selbst zu bestimmen. Übernehmen Sie selbst die Verantwortung für Ihr Leben.

Blicken Sie optimistisch und zuversichtlich in die Zukunft. Wenn Ihre Gedanken sich dann all dem Schlechten und den Problemen in Ihrem Leben zuwenden wollen, sagen Sie ganz laut “Stop!”. Lenken Sie Ihre Gedanken dann sofort auf etwas Gutes, zum Beispiel eine schöne Erinnerung an ein glückliches Ereignis. Das funktioniert – Sie müssen nur ein wenig üben…

Treiben Sie Sport. Möglichst mit Freunden, in einer Gruppe oder im Verein. Das muss nichts Dolles sein, Walking zum Beispiel genügt völlig. Und wer noch nie etwas gemacht hat, für den reichen auch Spaziergänge in flottem Tempo.

Meiden Sie Fastfood. Ein Bekannter von mir hat einen Selbstversuch gemacht und sich 14 Tage lang nur von Fastfood ernährt. Nicht nur seine Blutwerte waren danach schlecht, auch seine Psyche hat gelitten. Er war hinterher seelisch ziemlich schlecht drauf. Was Sie essen, wirkt sich auch auf Ihre Seele aus und damit auf Ihr Glücksempfinden…

Diese Liste ließe sich noch ziemlich lange fortsetzen. Das soll jetzt aber kein Buch werden. Bücher zu dem Thema haben schon viele andere Leute geschrieben. Ein paar davon, die ich besonders gut finde, schlage ich Ihnen hier vor:

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