33 Tipps, wie Sie jung, fit und gesund bleiben mit Genuss. Tipp 2: Der Spargel – lecker, gesund und ein bisschen oh là là…

Spargel wurde schon auf den Fresken und Wandmalereien der ägyptischen Pyramiden abgebildet. Wir würden ihn vermutlich gar nicht erkennen, denn das war eine Sorte von wildem Spargel, die ganz anders aussah als das, was bei uns auf den Tisch kommt. Er war nicht nur grün, das wäre ja nichts Neues für uns, sondern er war auch extrem dünn, nur ungefähr 3 mm dick.

Weißen Spargel gibt es erst seit Ende des 18. Jahrhunderts, als die Spargelbauern anfingen, über den Wurzelstöcken die bekannten Hügel aufzuhäufen. Grüner Spargel ist jedoch nicht nur würziger, er ist auch zarter und muss nur im unteren Drittel geschält werden. Er ist außerdem vitaminreicher und das enthaltene Chlorophyll, das für die grüne Farbe verantwortlich ist, fördert unter anderem die Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark.

Hippokrates empfahl den Spargel seinen Patienten zum Beispiel bei Übergewicht oder Hautproblemen. Hippokrates, denken Sie jetzt vielleicht, schon wieder der… Stimmt, sein Name fällt immer wieder, wenn es um Nahrungsmittel geht, die sich besonders positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Vielleicht kennen Sie den ihm zugeschriebene Satz: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“

Kaiser Augustus liebte den Spargel, Karl der Große schwärmte von Spargelgerichten, die ihm bei einem Besuch in Rom serviert worden waren und die Gunst der Madame de Maintenon, der zweiten Gemahlin von Ludwig XIV., gewann man am leichtesten mit einem neuen Spargelrezept. Auch Johann Wolfgang von Goethe konnte vom Spargel nicht genug kriegen.

Was drin ist

Zuerst mal ganz wenige Kalorien, nur ungefähr 18 pro 100 g. Dafür ganz viel Vitamin B1, B2 und Folsäure, viel Vitamin C, fast 20 mg pro 100 g und etwa 2 mg Vitamin E. Bei Vitamin E empfiehlt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) für Erwachsene eine Aufnahme von 12 – 15 mg pro Tag. Wenn Sie also ein halbes Kilogramm Spargel essen, haben Sie damit schon ca. 10 mg Vitamin E. Außerdem reichlich Phosphor, Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium, Schwefel, Spuren von Kupfer und Zink, Steroidsaponine und Aminosäuren.

Wegen der Asparaginsäure, das ist eine Aminosäure, sollten Menschen, die für Gicht anfällig sind, ein bisschen aufpassen und es nicht übertreiben mit dem Spargel essen, denn es könnten sich sonst Harnsäurekristalle in den Fingern oder Zehen ablagern.

Wo er wächst

Sein Ursprung liegt wahrscheinlich in Eurasien und in einigen Ländern am Mittelmeer sowie in Afrika. Kultiviert wurde er vermutlich von den Römern um 200 v. Chr., inzwischen wird Spargel auf allen Kontinenten angebaut. Er mag Wärme und sandige Böden. Die bedeutendsten Anbaugebiete in Deutschland liegen in Baden-Württemberg, wo sich der größte Spargelmarkt Europas befindet (Bruchsal), in Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen (größte Anbaufläche mit rund 5.200 ha), Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die gesamte Anbaufläche in Deutschland beträgt etwa 24.000 ha und in 2012 wurden rund 94.000 Tonnen Spargel geerntet.

Wann man ihn ernten kann

Je nach Witterung beginnt die Spargelernte in der zweiten Aprilhälfte. Der Spargel beginnt zu wachsen, wenn die Bodentemperatur ungefähr 12° C beträgt. Geerntet wird dann bis Johanni am 24. Juni. Je wärmer es wird, desto schneller wächst er, bis zu 7 cm am Tag.

Wofür er gut ist

Passend zum Frühling wirkt er entschlackend, entgiftend und entwässernd. Er ist harntreibend und reinigt das Blut. Heilende Wirkung wird ihm nachgesagt bei Rheuma, Blasen- und Nierenleiden, wobei allerdings Menschen mit einer Entzündung im Nierenbereich vorsichtig sein sollten. Spargel stärkt die Darmfunktion, die Nerven, die Blutbildung und die Bildung neuer Zellen. Er ist gut bei Herzbeschwerden, Milz- und Leberleiden, gegen Hautunreinheiten und ein gesunder Genuss für Diabetiker.

Medizinisch gesehen hoch interessant für eine Entgiftung des Körpers sind auch die Wurzeln des Spargels. Allerdings enthalten sie recht viel Zucker, so dass Diabetiker sich mit den Stangen begnügen sollten.

In der ayurvedischen Medizin ist Shatavari, ein wilder Spargel mit dem botanischen Namen Asparagus racemosus, eines der wichtigsten Kräuter für Frauen. Shatavari bedeutet „die, die hundert Männer besitzt“. Es ist nährend, stärkend und besänftigend. Shatavari reduziert Vata und Pitta und vermehrt Kapha. Dies sind im Ayurveda die drei verschiedenen Lebensenergien, wobei Vata, dem Element Luft zugeordnet, für Bewegung steht. Pitta besteht aus den Elementen Feuer und Wasser und ist verantwortlich für alle biochemischen Vorgänge. Das Grundprinzip von Kapha, bestehend aus Wasser und Erde, ist die Trägheit oder auch Stabilität, ist für alles Feste zuständig. Das ist jetzt natürlich sehr, sehr vereinfacht dargestellt.

Alte astrologische Kräuterärzte – das las ich in „Bekannte und vergessene Gemüse“ von Wolf-Dieter Storl – ordneten den Spargel dem Planetenkönig Jupiter zu, dem Herrscher und Genießer aller sinnlichen Freuden. Er schreibt weiter: „Im indischen Ayurveda gilt der Wildspargel (satavar oder satamuli = „hundert Wurzeln“) als aphrodisisch, samenbildend, samenvermehrend, milchbildend und die Gebärmutter tonisierend, aber auch als Herz- und Hirntonikum (Zoller/Nordwig 1997; 163) Er vermehrt ojas, die allgemeine Lebensenergie, ist Heilmittel bei sexuellen Beschwerden und Unfruchtbarkeit. Als tantrischer Liebestrank wird der Saft der Spargelwurzeln mit Butterschmalz (ghee) zusammen mit etwas Zuckerrohrsaft, Honig und langem Pfeffer (Piper longum) in Milch gekocht. Die Muslime kennen die in Milch gekochten Wurzeln (safed musli) als Ersatz für Salep, das berühmte, aus Orchisknollen gewonnene Elixier zur Stärkung der Manneskraft und zur „Verdickung und Mehrung des Samens“.”

Vielleicht gilt der Satz „form follows function“ ja nicht nur für gutes Design, sondern auch für Pflanzen bzw. Gemüse ;-)

So ist der Spargel voll und ganz ein richtiges Frühlingsgemüse, ist doch der Frühling die Jahreszeit der Triebe, ob an Pflanzen oder anderswo. Es ist länger hell, das erhöht dem Dopaminspiegel, wodurch wir uns glücklicher fühlen, gleichzeitig produziert der Körper weniger Melatonin (Schlafhormon), wir sind fitter und aktiver. Und bei den Männern steigt der Testosteronspiegel…

Lassen Sie uns den Spargel mit allen Sinnen genießen. Und dazu gibt es jetzt auch noch zwei

Rezepte:

Spargel-Erdbeer-Rucola-Salat

500 g weißer Spargel
500 g grüner Spargel
250 g Erdbeeren
70 g Roh-Rohrzucker
70 ml heißes Wasser
70 ml weißer „Balsamico“ (Condimento bianco)
2 EL Öl
100 g Rucola*
2 EL Pinienkerne, wahlweise gehackte Haselnuss- oder Walnusskerne
1 TL Basilikum getrocknet oder ein wenig frisches Basilikum

Pinienkerne bzw. die gehackten Walnuss- oder Haselnusskerne in einer beschichteten Pfanne etwas trocken rösten. Beiseite stellen.

Weißen Spargel waschen, schälen, die unteren Enden abschneiden. Den grünen Spargel ebenfalls waschen, aber nur das untere Drittel schälen, ebenfalls die Enden abschneiden. Salzwasser zum Kochen bringen. Zuerst den weißen Spargel hinein geben, dann nach 5 Minuten auch den grünen. Insgesamt 12 – 15 Minuten, je nach persönlicher Vorliebe, leicht kochen lassen.

In der Zwischenzeit die Erdbeeren vorsichtig waschen, trocken tupfen, putzen und halbieren oder vierteln.

Den Zucker karamellisieren, dann unter Rühren zuerst mit dem heißen Wasser ablöschen (Vorsicht, kann sehr heftig spritzen) und den Balsamico dazu geben. Aufkochen und 5 – 7 Minuten leicht köcheln. Vom Herd nehmen, mit Salz, Pfeffer und getrocknetem Basilikum würzen und das Öl darunter schlagen.

Den Spargel abtropfen, evtl. die Stangen jeweils in 2 – 3 Stücke schneiden. Mit dem Rucola* auf Tellern oder einer Platte anrichten und die Beeren darauf verteilen. Dann die Salatsauce darüber gießen und das Ganze etwas ziehen lassen. Die Pinien- oder Nusskerne darüber streuen und noch etwas Pfeffer darüber mahlen.

Diese Menge ist für 4 Personen als Vorspeise ausreichend, als Hauptgericht für 2 Personen.

*Da Rucola unter Umständen vor allem in den Stielen Nitrat anreichern kann, bitte die Stiele vorher abschneiden oder abknipsen.

Spargel mal anders gedünstet

2 kg Spargel
Butter oder Alsan
etwas Salz und Zucker
gehackte Kräuter nach Belieben

Backofen auf 200° C vorheizen (Umluft).

Spargel waschen und schälen. Dann portionsweise dicht in gebutterte Alufolie einschlagen, dabei leicht salzen und ein ganz klein wenig zuckern, die gehackten Kräuter und Butterflöckchen darauf geben. Die Päckchen dicht verschließen und im Backofen 20 – 30 Minuten garen, je nachdem, wie bissfest Sie ihn mögen.

Statt der Kräuter können Sie auch etwas geriebenen Parmesan darüber streuen oder statt der Butterflöcken solche von einer Trüffelbutter verwenden.

Das Ganze klappt auch hervorragend im Bratschlauch.

Ich wünsche Ihnen allen eine wunderschöne, genussreiche und gesunde Spargelzeit.

Ihre
Jutta Schumacher

Eines meiner Lieblings-Spargelkochbücher:

VN:F [1.9.15_1155]
Rating: 4.9/5 (9 votes cast)
VN:F [1.9.15_1155]
Rating: +2 (from 2 votes)
33 Tipps, wie Sie jung, fit und gesund bleiben mit Genuss. Tipp 2: Der Spargel – lecker, gesund und ein bisschen oh là là..., 4.9 out of 5 based on 9 ratings

Related posts:

  1. 33 Tipps, wie Sie jung, fit und gesund bleiben mit Genuss. Tipp 1: Brunnenkresse
  2. 33 Tipps, wie Sie jung, fit und gesund bleiben mit Genuss – eine Ankündigung
  3. Mein Brot – einfach super lecker und gesund
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gesunde Ernährung, Rezepte abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf 33 Tipps, wie Sie jung, fit und gesund bleiben mit Genuss. Tipp 2: Der Spargel – lecker, gesund und ein bisschen oh là là…

  1. Hallo Jutta,

    das ist ja ein toller Artikel! Alles was man über Spargel wissen muss, ist hier zu lesen. Hab erst gestern Spargel gegessen. Ich liebe Spargel :-)
    Tolle Website, da komme ich öfter vorbei!

    Liebe Grüße
    Rohit

    VA:F [1.9.15_1155]
    Rating: 3.0/5 (1 vote cast)
    VA:F [1.9.15_1155]
    Rating: 0 (from 0 votes)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>